Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Di, 03.11.2009 - 19:00 Uhr
Alina Bronsky liest aus ihrem Roman "Scherbenpark"

Buchcover Scherbenpark
LESUNG

Wir freuen uns, Sie im Vorgriff auf unsere Sonderausstellung des nächsten Jahres „Wir sind hier nur die Russen“, die den Fokus auf die nach Deutschland eingereisten Russlanddeutschen legt, herzlich zur Lesung von Alina Bronsky „Scherbenpark“ einzuladen.

Mit ihrem Debütroman „Scherbenpark“, um dessen Veröffentlichung sich nach Einsendung des Manuskripts gleich zwei Verlage rissen, begeisterte Alina Bronsky die Literaturszene. "Mitreißendes Debüt, das Wladimir Kaminer Konkurrenz macht", schrieb beispielsweise die Süddeutsche Zeitung.

Die 17-jährige Romanheldin Sascha Naimann ist mit ihrer Mutter und ihren zwei Geschwistern aus Russland nach Deutschland gekommen. Sie leben im Hochhaus-Ghetto Scherbenpark. Hier geht es laut, blutig und derb zu. Der Scherbenpark ist ein Ort der Kollisionen. Hier kracht es zwischen Ost und West, Männern und Frauen, Reich und Arm, Jung und Alt. Hier wird russischer Pop gespielt und alte Kriegslieder. Nicht wegzudenken sind Jugendgangs, Schachspielen und Gepanschtes in Pappbechern...

Sascha hat nur zwei Träume: Sie will ihrer Mutter ein Buch schreiben, und sie will Vadim töten. Was es mit Vadim auf sich hat, warum Sascha ohne Mutter, aber mit ihrer Großtante lebt, wie die Familie durch ein Verbrechen erschüttert und berühmt wurde, und was es bedeutet, in ein Dreiecksverhältnis mit einem Journalisten und seinem sechzehnjährigen Sohn zu geraten – all das erzählt sie mit Herz, Witz und einer Energie, die mitreißt. Eine Romanheldin zwischen Wut, Melancholie, Tragik und Komik. Ein Roman wie ein schnell geschnittener Film.

Der Eintritt ist frei.



© Portraitfoto Alina Bronsky: Günther Jockel