Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Mo, 14.04.2008 - 11:00 Uhr
Umsetzung Berliner Mauerstück anlässlich des 55. Jahrestages der Gründung des Notaufnahmelagers Marienfelde

In Anwesenheit des stellv. Bezirksbürgermeisters von Tempelhof Dieter Hapel

Am 14. April 1953 eröffnete Bundespräsident Theodor Heuss ein neues Flüchtlingslager im Südwesten Berlins. Das Notaufnahmelager Marienfelde diente als zentrale Anlaufstelle für alle, die der DDR angesichts politischer Repression und vielfacher Einschränkung der persönlichen Freiheit den Rücken kehrten. 1,35 Millionen Menschen passierten dieses „Tor zur Freiheit“, bis die Funktion Marienfeldes als Aufnahmelager für DDR-Flüchtlinge mit der deutschen Einheit 1990 endete.

Die Auswirkungen des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands für die Menschen waren hier so unmittelbar wie an kaum einem anderen Ort spürbar. Wer in Marienfelde ankam, hatte Grenze und Mauer zwar überwunden. Doch ging die Flucht oft mit psychischen Strapazen, mancher Grenzdurchbruch auch mit schweren körperlichen Verletzungen einher. Freunde und Verwandte, die vertraute Umgebung sowie ihren Besitz mussten die Flüchtlinge und Ausreisenden zurücklassen. In Marienfelde wurden sie aufgenommen und versorgt, um ihnen ein neues Leben im Westen zu eröffnen.

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde erinnert mit der Umsetzung eines Segments der Mauer an die deutsche Teilung und ihre Überwindung. Das Mauerstück, das bisher auf dem Gelände des früheren Notaufnahmelagers stand, wird mit der Platzierung auf dem Vorplatz der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Eintritt ist frei.