Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Di, 15.01.2008 - 20:30 Uhr
Katja Lange-Müller liest aus ihrem neuen Roman "Böse Schafe"

LESUNG

Eine Liebesgeschichte in West-Berlin: In ihrem 2007 erschienenen Roman erzählt Katja Lange-Müller von der Blumenverkäuferin Soja, die Ende der 1980er Jahre auf den heroinabhängigen und mit dem Aidsvirus infizierten Ex-Häftling Harry trifft. Während er zum Mittelpunkt ihres Lebens wird, muss Soja nach Harrys Tod bei der Lektüre seines Tagebuchs feststellen, dass die Aufzeichnungen sie mit keinem Wort erwähnen.

Die Autorin schildert diese schwierige, aber intensive Beziehung mit einem feinen Gespür für Milieus und zeichnet die sozialen und biografischen Prägungen ihrer Protagonisten detailgenau. So charakterisiert sie Soja bis in die Sprache der Figur hinein als Ost-Berlinerin, die die DDR in den 1980er Jahren verlässt und sich im Westen zunächst fremd fühlt.

Wie die Heldin ihres Roman ist auch Katja Lange-Müller, geboren 1951 in Berlin-Lichtenberg, nach West-Berlin übergesiedelt. 1986 veröffentlichte sie ihr erstes Buch „Wehleid – wie im Leben“ und wurde im selben Jahre mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. 1995 erhielt sie den Alfred-Döblin-Preis. Mit ihrem Roman „Böse Schafe“ gelangte Katja Lange-Müller in die Finalrunde des Deutschen Buchpreises.

Der Eintritt ist frei.