Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Mi, 05.12.2007 - 20:00 Uhr
Fluchthilfe im Abseits

VOTRAG UND PODIUMSDISKUSSION
Finanzielle und politische Zwänge der Fluchthilfe ab Mitte der 1960er Jahre

Einleitung: Dr. Helge Heidemeyer, Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Vortrag: Fluchthilfe im Abseits, Dr. Marion Detjen, Historikerin
Podium:
Zeitzeugengespräch mit den Fluchthelfern Matthias Bath, Hasso Herschel und Hartmut Richter
Moderation: Maria Nooke, Gedenkstätte Berliner Mauer

Während die Fluchthelfer der ersten Stunde als Helden gesehen wurden und für ihre Aktionen politischen Rückhalt bekamen, geriet die Fluchthilfe mit ihrer Kommerzialisierung ab Mitte der sechziger Jahre gesellschaftlich immer weiter ins Abseits. Die Diffamierung der Fluchthelfer als „Menschenhändler“ durch die DDR wurde im Zuge der beginnenden Verhandlungen mit politischem Druck verbunden. Ab 1965 wurde die Fluchthilfeszene von „Fluchthilfe-Geschäftsleuten“ beherrscht, die auf den wachsenden Druck und die steigenden Kosten mit Radikalisierung reagierten. Mit dem Transitabkommen 1972 entstanden neue Fluchtwege, aber auch Konkurrenzen zwischen neu entstandenen Fluchthilfegruppen. In der Veranstaltung sollen die Entwicklungen in den verschiedenen Phasen verdeutlicht werden und deren Protagonisten zu Wort kommen.

Der Eintritt ist frei.

Kooperationsveranstaltung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, der Gedenkstätte Berliner Mauer und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.