Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Sa, 25.09.2004 - 18:00 Uhr
„Ich bin zweimal durch das Notaufnahmeverfahren gegangen.“

ZEITZEUGENBERICHT

Referent: Klaus Schulz-Ladegast

Klaus Schulz-Ladegast flüchtete 1959 als 18-Jähriger aus Ost-Berlin nach West-Berlin. Im Juli 1961 kehrte er zu seinen Eltern in Ost-Berlin zurück. Dort angekommen musste er zunächst das Verfahren für Rückkehrer durchlaufen, das einen Aufenthalt in einem Rückkehrerlager beinhaltete. Am 18. August 1961 wurde er gemeinsam mit seinem Vater, einem Mitarbeiter der Evangelischen Kirche, verhaftet. Die Staatssicherheit warf beiden Spionage vor. Während sein Vater zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, erhielt Klaus Schulz-Ladegast vier Jahre Zuchthaus. Nach 40 Monaten wurde er in der DDR amnestiert (sein Vater war zu diesem Zeitpunkt im Rahmen des Häftlingsfreikaufs bereits in die Bundesrepublik entlassen worden). Im August 1967 gelang Klaus Schulz-Ladegast mit mehreren anderen Flüchtlingen die Flucht in den Westen: Fluchthelfer schleusten sie in einem amerikanischen Buick über die ÈSSR nach Österreich. In der Bundesrepublik durchlief er ein zweites Mal das Notaufnahmeverfahren.

Der Eintritt ist frei.