Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Mi, 24.11.2004 - 19:00 Uhr
Erich Loest liest aus seinem in Arbeit befindlichen Roman "An jenem 17. Juni"

LESUNG

Moderation: Dr. Helge Heidemeyer

Erich Loest wurde 1926 in Mittweida, Sachsen, geboren. Als deutscher Soldat erlebte er das Ende des 2. Weltkriegs. 1947 begann er eine Tätigkeit als Volontär bei der Leipziger Volkszeitung, wo er bis 1950 als Redakteur tätig blieb. Er trat der SED bei und schrieb Erzählungen und den Roman "Jungen, die übrig blieben", der 1950 erschien. Dieses Buch erregte das Missfallen der SED, und er verlor seine Stellung bei der Zeitung. Seitdem arbeitete er als freiberuflicher Schriftsteller und trat öffentlich für eine Demokratisierung der DDR ein. 1957 wurde er wegen "konterrevolutionärer Gruppenbildung" verhaftet und zu siebeneinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, von denen er sieben Jahre im Zuchthaus Bautzen verbrachte. 1981 siedelte er in den Westen über, kehrte aber 1989 in seine Heimatstadt Leipzig zurück.

Erich Loest hat eine Vielzahl von Büchern veröffentlicht, so u.a. "Es geht seinen Gang oder die Mühen in unserer Ebene" (1978), "Nikolaikirche" (1995), "Gute Genossen" (1999) und "Reichsgericht" (2002). Der Roman an dem er jetzt arbeitet, beschreibt die Fluchtgeschichte eines Streikführers, der sich von Bitterfeld nach West-Berlin durchschlägt.

Der Eintritt ist frei.