Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Sa, 21.05.2005 - 18:00 Uhr
W. H. Schreiber liest aus seinem Buch "Im Visier – Anatonomie einer Flucht aus der DDR"

LESUNG

Willy Hieronymus Schreiber, geb. 1937 in Halle/Saale, beendete eine Lehre als Buchdrucker. Nach seiner Lehre war er als Schausteller tätig. Nach dem Tod seiner ersten Ehefrau heiratete er 1971 erneut; die Ehe wurde 1981 geschieden.

Nachdem er von seiner zweiten Frau, die als IM für die Staatssicherheit der DDR arbeitete, denunziert worden war, flüchtete er mit seiner Tochter aus erster Ehe im Kofferraum eines Fahrzeugs über den Checkpoint Charlie nach West-Berlin. Der Fluchthelfer war Italiener und Funktionär der Italienischen Kommunistischen Partei – Grund für die Staatssicherheit, Willy Schreiber verstärkt zu beobachten. 1986 gelang es ihm dennoch, seinen Sohn aus zweiter Ehe mit Hilfe von Fluchthelfern in die Bundesrepublik zu holen. Nach drei Wochen kehrte der Sohn in die DDR zu seiner Mutter zurück, die gegen den Vater eine Anzeige wegen Kindesentführung erhoben hatte. Nach der Wende konnte Herr Schreiber seine MfS-Akte mit einem Umfang von über 5 000 Seiten auswerten. Auf diese Weise erfuhr er, dass das MfS plante, ihn im Westen zu liquidieren.

Das Buch „Im Visier – Anatomie einer Flucht aus der DDR“ berichtet von den Erfahrungen des Autors und von der Auswertung der Akten, die das MfS über ihn führte.

Der Eintritt ist frei.

Literatur
Willy Hieronymus Schreiber: "Im Visier – Anatomie einer Flucht aus der DDR" mit einem Vorwort von Prof. Dr. Rita Süssmuth und Dr. Norbert Blüm, Vindobona Verlag, Wien 2001; 262 Seiten, ISBN 3-85040-016-6, €22,00

Dokumentation zum Buch: "Akte OV/Operativer Vorgang "Eisladen I und II".
ISBN 3-85040-017-4, €14,00

Beide Bücher können am Tag der Lesung in der Erinnerungsstätte erworben werden. Der Autor ist bereit, seine Bücher zu signieren.