Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Sa, 18.06.2005 - 18:00 Uhr
Wolfgang Welsch liest aus seinem Buch "Der Stich des Skorpion - Ich war Staatsfeind Nr. 1"

LESUNG

Wolfgang Welsch, 1944 in Berlin geboren, besuchte die Schauspielschule, bis er 1964 bei dem Versuch, in den Westen zu fliehen, von der DDR-Staatssicherheit verhaftet wurde. Es folgten Verhöre, eine Verurteilung wegen „Republikflucht“ und Freikauf unter Mitwirkung des OstBerliner Anwalts Wolfgang Vogel mit Entlassung in die DDR. Kurz darauf wurde der junge Mann wegen „staatsgefährdender Hetze“ erneut verhaftet und zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt. Als Wolfgang Welsch 1971 durch die Regierung Brandt freigekauft wurde, hatte er schwere Misshandlungen von Folter über Unterernährung bis zur Scheinhinrichtung hinter sich.

Seine Ablehnung des Systems machte aus dem Schauspieler und Lyriker nach seiner Übersiedlung in den Westen einen erfolgreichen Fluchthelfer. Mehr als 200 Ostdeutsche wurden von seiner Organisation in den folgenden Jahren aus der DDR in den Westen gebracht - und Wolfgang Welsch wurde unter dem Decknamen "Operation Skorpion" zum gejagten Staatsfeind Nr. 1.

In einem atmosphärisch dichten, packenden Bericht erzählt er die Geschichte seines Lebens und wirft zugleich ein grelles Licht auf eines der dunkelsten Kapitel deutsch-deutscher Vergangenheit: die Liquidation von Menschen durch den Staat.

Der Eintritt ist frei.

Literatur
Wolfgang Welsch: Der Stich des Skorpion – Ich war Staatsfeind Nr. 1, Piper Verlag München 2003, 448 Seiten, kartoniert, ISBN 3-492-23848-3, 10,90 €

Das Buch kann am Tag der Lesung in der Erinnerungsstätte erworben werden. Der Autor ist bereit, sein Buch zu signieren.