Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Fr, 25.08.2006 - 20:00 Uhr
"Flucht über Ungarn – Paneuropäisches Picknick '89"

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Es sprechen

  • Markus Meckel, MdB
  • Sándor Peisch, Ungarischer Botschafter
  • Dr. László Magas


Für drei Stunden sollte am 19. August 1989 der Grenzzaun zwischen Ungarn und Österreich bei Sopron geöffnet werden. Geplant war ein völkerverbindendes Fest, mit dem die ungarische Opposition ein Zeichen für die Öffnung ihres Landes gen Westen setzen wollte – doch die Veranstaltung gewann ihre eigene Dynamik. Hunderte von DDR-Bürgern drängten durch das Grenztor nach Österreich. So geriet das „Paneuropäische Picknick“ zur größten Massenflucht seit dem Mauerbau und beschleunigte den Fall des Eisernen Vorhangs in Europa.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer deutsch-ungarischen Zusammenarbeit: Von der Stiftung "Paneuropäisches Picknick ’89" übernahm die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde eine Wanderausstellung, die vornehmlich die Flucht von über 600 Ostdeutschen bei Sopron/St. Margarethen am 19. August 1989 dokumentiert. Dieser Bestand konnte von der Erinnerungsstätte durch die Hilfe von Zeitzeugen um persönliche Zeugnisse und Interviews ergänzt werden. Sie weiten den Blick auf andere Fluchtereignisse und auf Krise und Umbruch 1989 in der DDR. In einem eigens produzierten Dokumentarfilm kommen beispielsweise erstmalig Zeitzeugen zu Wort, die von einem dramatischen Massenfluchtversuch bei Kópháza wenige Tage nach dem „Picknick“ berichten.

Die Ausstellung ist vom 26. August bis zum 12. November 2006 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen.