Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Mi, 06.06.2018 - 19:00 Uhr
Flucht und Ausreise aus der DDR. Über Tempelhof in den Westen

Vortrag und Zeitzeugengespräch

Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres SHARING HERITAGE 2018 zeigt die Stiftung Topographie des Terrors vom 4. September bis Ende des Jahres eine Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors laden wir Sie herzlich zu einer Veranstaltung der dazugehörigen Reihe in die Zollgarage, Flughafen Tempelhof, ein.

Rund 1,4 Millionen Menschen aus der DDR und Ost-Berlin passierten zwischen 1953 und 1990 das Notaufnahmelager Marienfelde, um eine Aufenthaltserlaubnis für die Bundesrepublik und West-Berlin zu erhalten. Die Mehrzahl von ihnen wurde auf die Bundesländer verteilt und von Tempelhof ausgeflogen.
Für den Berliner Senat war es bis zum Mauerbau 1961 und noch einmal 1989/90 entscheidend, die Teilstadt auf diese Weise von einem massenhaften Zuzug zu entlasten. Für die Geflüchteten und Ausgereisten bedeutete der Start in Tempelhof den Aufbruch in ein neues Leben.

In ihrer Einführung reflektiert Bettina Effner die Bedeutung des Ausfliegens von DDR-Zuwanderern für die Flüchtlingspolitik des Berliner Senats bis zum Ende der DDR 1990. Angela Bertus, Brigitte Jerate-Kammermeier und Hartmut Blankenstein berichten, wie sie den Weggang ihrer Familien aus der DDR und den Neubeginn im Westen mit dem Flug von Tempelhof als Übergang erlebten.

Angela Bertus kam 1949 in Mühlhausen (Thüringen) zur Welt. Kurz vor dem Mauerbau floh sie mit ihren Eltern nach West-Berlin, zwei Wochen später wurde die Familie nach Hanau ausgeflogen.

Brigitte Jerate-Kammermeier wurde 1945 auf Hasselö (Dänemark) geboren. Die erste Station ihrer Flucht mit Mutter und Bruder war 1956 West-Berlin, bevor sie per Flugzeug ins Rheinland gelangte.

Hartmut Blankenstein, 1941 in Oppeln (Oberschlesien), heute Opole (Polen) geboren, war 11 Jahre alt, als seine Familie 1953 die Flucht nach West-Berlin unternahm. Von Tempelhof wurden sie nach Hamburg ausgeflogen.

Bettina Effner, Historikerin und Germanistin, ist Stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer und Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde


Vortrag: Bettina Effner, Stv. Direktorin Stiftung Berliner Mauer und Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Zeitzeugengespräch mit Angela Bertus, Brigitte Jerate-Kammermeier und Hartmut Blankenstein, Moderation: Bettina Effner

Ort: Flughafen Tempelhof - Zollgarage, Zugang über den »Ehrenhof«, links vom Haupteingang »Zentralflughafen« Columbiadamm 10, 12101 Berlin

Der Eintritt ist frei.
Anmeldung erbeten: Telefon 030 254509-13
oder per Email

Einladung als pdf

In Kooperation mit der Stiftung Topographie des Terrors