Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Do, 03.11.2016 - 18:00 Uhr
Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Plakat zur Ausstellung Wechselseitig
„Wechselseitig – Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989“ erzählt erstmalig die kaum bekannte Geschichte jener Menschen, die von der Bundesrepublik in die DDR übersiedelten. Die meisten dieser etwa 500.000 Menschen kehrten zurück zu ihren Familien und Freunden, hatten sich verliebt, flohen vor Strafverfolgung, folgten dem Ruf der Kirchen, suchten Arbeit, ein besseres Leben oder einen persönlichen Neuanfang: Migration als Normalfall der Geschichte. Nur eine Minderheit wählte diesen Weg aus politischer Überzeugung. Erst der Kalte Krieg mit seiner Systemkonkurrenz zwischen Ost und West macht diese Migrationsgeschichten zu etwas Besonderem.

Das Spektrum der Lebensgeschichten reicht von einem erfüllten und zufriedenen Leben in der DDR über Bespitzelung im Alltag bis hin zu Haft, Flucht und Tod. Die Ausstellung zeigt Fotos, Dokumente, persönliche Erinnerungsstücke und filmische Zeitzeugen-interviews, ergänzt um historische Film- und Rundfunkaufnahmen. Die porträtierten Frauen und Männer geben der deutsch-deutschen Rück- und Zuwanderung in die DDR ein Gesicht.

Die Ausstellung lässt diesen Aspekt der deutschdeutschen Geschichte am Beispiel der Lebenswege von mehr als 20 prominenten aber auch unbekannten Übersiedlern lebendig werden, so zum Beispiel auch anhand der Biografie des Ehepaares Kern: Ingrid und Manfred Kern lernen sich 1955 kennen und lieben. Nach Abschluss seines Theologiestudiums in Hamburg kehrt Manfred Kern in die DDR zurück. Ingrid begleitet ihn, nach anfänglichem Zögern, obwohl ihre Eltern traurig und enttäuscht sind und Freunde Unverständnis äußern. Trotz Schwierigkeiten ziehen sie eine positive Bilanz über ihr Leben in der DDR: »Für uns war es ein Abenteuer mit Gott.«


Begrüßung:Dr. Maria Nooke, Stiftung Berliner Mauer
Grußworte: Dr. Sabine Kuder, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Florian Graf, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und Mitglied im Stiftungsrat der Lotto-Stiftung Berlin

Eröffnung: Eva Fuchslocher und Dr. Michael Schäbitz, exhibeo e.V.
Ausstellungsbesuch und Empfang

19.30 Zeitzeugengespräch
mit Ingrid und Manfred Kern, Frauke Naumann und Ellen Schernikau

„Wechselseitig. Rück- und Zuwanderung in die DDR 1949 bis 1989“ ist eine Ausstellung von exhibeo e.V. – Gesellschaft für politische, kulturelle und historische Forschung und Bildung, realisiert in Kooperation mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde – Stiftung Berliner Mauer, gefördert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Medienpartner: Rundfunk Berlin-Brandenburg. Kooperationspartner: Deutsches Rundfunkarchiv

Einladungskarte als pdf [PDF, 100,00 KB]