Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Sa, 31.08.2013 - 18:00 Uhr
33. Lange Nacht der Museen

IN KOOPERATION MIT DEM INTERNATIONALEN BUND

Begeisterte Besucher und vielfaches Interesse bei der 33. Langen Nacht der Museen


Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde bot gemeinsam mit dem Internationalen Bund zwei außergewöhnliche Touren durch die Gedenkstätte und in das Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Asylbewerber auf dem Gelände des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde an.

Interessiert hörten die Besucher bei der Station 1 der ersten Tour „Abschied Neugier Ungewissheit – Junge Migranten damals und heute.“ dem Zeitzeugen Alfred Roos zu, der über den Stacheldraht 1961 geflüchtet war. Er beschrieb seine Beweggründe für die Flucht, seine Ankunft im Westen und erzählte von einem besonderen Opernbesuch, bei dem er Willy Brandt begegnete.

An Station 2 erfuhren die Teilnehmer der Tour, wie Harry Heyer als kleiner Junge die Kinderluftbrücke und seine ersten Ferien bei einer amerikanischen Familie in Rammstein erlebt hatte. Am Ende des Rundgangs trafen die Besucher auf drei junge Flüchtlingsmädchen, zwei Kurdinnen und ein Mädchen aus Afghanistan, die von ihrer Flucht und ihrer Ankunft in Deutschland erzählten. Besonders beeindruckend war die Geschichte von Salif Wadizada, die es mit Hilfe des Bundespräsidenten geschafft hatte, eine Aufenthaltsgenehmigung für ihre Familie zu erwirken.

Tour 2 „Jung sein, Flüchtling sein: eine Recherche vor und hinter den Kulissen“ führte die Gäste zunächst in die Sammlung, wo der Sammlungsleiter der Stiftung Berliner Mauer, Manfred Wichmann, anhand eines Schlittens und des dazugehörenden Films der Familie Wadewitz die Bedeutung von Objekten für die Museumsarbeit erläuterte.

An Station 2 nahmen die Schauspielerinnen Sabine Weisshaar und Susanne Becker mit ihren Theaterspielszenen von Fluchtgeschichten die Besucher gefangen. Die Tour endete bei Familie Tomovsky in einer Flüchtlingswohnung auf dem Gelände des Internationalen Bundes. Hier erfuhren die Besucher die bewegende Geschichte der Familie. Herr Tomofky hat einen angeborenen Herzfehler und darf deshalb als Härtefall mit seiner Familie in Deutschland bleiben.

Die Lange Nacht der Museen wurde von den Besuchern sehr gut angenommen und die Touren hinterließen bei den Gästen bleibende Eindrücke.