Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Do, 05.07.2012 - 19:00 Uhr
"Freiheit für Dr. Linse!" Stasi-Entführungen im geteilten Berlin

VORTRAG UND PODIUMSGESPRÄCH MIT EXPERTEN UND ZEITZEUGEN

Ort: Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer
Bernauer Straße 119, 13355 Berlin


Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR verschleppte mehrere hundert Menschen aus West-Berlin und der Bundesrepublik. Einer der ersten war Dr. Walter Linse vom Untersuchungsausschuss Freiheitlicher Juristen (UFJ). Ein Kommando der Stasi überwältigte ihn auf offener Straße; Ende 1953 wurde er in Moskau erschossen. Linse war aber nicht nur ein Opfer des Stalinismus, sondern auch ein NS-Täter. Ab 1938 führte er in der Industrie- und Handelskammer Chemnitz die "Entjudung" der Wirtschaft durch. Bis 1945 "arisierte" oder liquidierte er Hunderte jüdischer Betriebe.

Über die Stasientführungen im geteilten Berlin referiert die Historikerin Susanne Muhle. An der nachfolgenden Diskussion nehmen unter der Moderation von dem Journalisten Sven Felix Kellerhoff Entführungsopfer wie Dr. h.c. Karl Wilhelm Fricke und Gerd Sommerlatte ebenso teil wie der Jurist und Historiker Dr. Klaus Bästlein, der sich insbesondere mit dem Fall Linse befasst hat.

In Kooperation mit dem Berliner Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und der Gedenkstätte Berliner Mauer


Der Eintritt ist frei.