Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Di, 27.09.2011 - 19:00 Uhr
Häftlingsfreikauf aus der DDR

FILMVORFÜHRUNG UND DISKUSSION

Filmvorführung "Die gekaufte Freiheit" von Jürgen Ast


Auf dem Podium diskutieren:

Jan Philipp Wölbern
, assoziierter Doktorand am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Karl Kolbe, 1975 freigekaufter Häftling

Ludwig A. Rehlinger,1957-1969 Ministerialbeamter im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen und 1982-1988 Staatssekretär im Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen, 1988 Justizsenator in Berlin

Moderation: Dr. Hans-Hermann Hertle, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Es gehörte zu den geheimsten Kapiteln der deutsch-deutschen Geschichte: Von 1963 bis 1989 kaufte die Bundesregierung über 33.000 politische Häftlinge aus Gefängnissen der DDR frei, Menschen, die meist wegen Fluchtversuchen, Fluchthilfe oder Widerstandshandlungen von der SED-Diktatur verfolgt und inhaftiert worden waren. Im Gegenzug erhielt die DDR Warenlieferungen im Wert von über drei Milliarden DM. Als Mittler beim Häftlingsfreikauf traten DDR-Rechtsanwalt Wolfgang Vogel sowie die Evangelische und Katholische Kirche auf. Dabei blieben die Verhandlungen stets abseits der Öffentlichkeit, denn Ost-Berlin war nur bei absoluter Diskretion im Westen dazu bereit. Der Häftlingsfreikauf ist historisch ohne Vergleich, dennoch weitgehend aus der öffentlichen Erinnerung verschwunden.

Unter welchen historischen Bedingungen entstand der Freikauf? Welche Interessen hatten die Bundesregierung und die DDR daran, über mehr als 25 Jahre hinweg an dieser Form geheimer Absprachen unterhalb der Schwelle offizieller Verhandlungen festzuhalten? Wer war in Ost und West für die Durchführung verantwortlich? Schließlich: Wer waren die Freigekauften und wie erlebten sie Verhaftung, Inhaftierung und die Ausreise in den Westen?

Kooperationspartner der Veranstaltung sind die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.


Eintritt frei.