Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Mi, 16.03.2011 - 19:00 Uhr
Nahaufnahme - Fotografierter Alltag in West-Berliner Flüchtlingslagern

Buchcover Nahaufnahme - fotografierter Alltag in West-Berliner Flüchtlingslagern
BUCHVORSTELLUNG

Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR. Für fast alle fing der Westen in einem Aufnahmelager an. In Berlin waren es das Notaufnahmelager Marienfelde oder andere West-Berliner Unterkünfte. Dort wurden die Flüchtlinge unter anderem von der Evangelischen Flüchtlingsseelsorge betreut, die zur Dokumentation und publizistischen Unterstützung ihrer Tätigkeit Aufnahmen von professionellen Fotografen anfertigen ließ. Die etwa 1000 Motive des Archivs, das die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde übernommen hat, spiegeln den Alltag der Lager auf vielfältige Weise wider und vermitteln zugleich einen Eindruck vom Blick der westdeutschen Gesellschaft auf die Neuankömmlinge.

Der neue Band, erschienen im Ch. Links Verlag, erzählt von Erfahrungen während des Aufnahmeprozesses unmittelbar aus diesen Bildern heraus. Knapp gehaltene Bildtexte dienen der Orientierung, ein kurzer Essay führt jeweils in die Bildstrecken ein. Behandelt werden nicht nur die ersten Schritte in das neue Leben, die anfänglich sehr beengten Wohnverhältnisse und die Suche nach einer Arbeit, sondern auch die propagandistischen Instrumentalisierungen der Flüchtlinge.

Nahaufnahme
Fotografierter Alltag in West-Berliner Flüchtlingslagern
broschiert, 96 Seiten, 68 Abbildungen
ISBN 978-3-86153-621-5
Ch. Links Verlag