Foto. Mittagessen im Notaufnahmelager Marienfelde, 13. Juli 1961.
© Landesarchiv Berlin

Fr, 18.06.2010 - 09:00 Uhr bis Fr, 18.06.2010 - 16:30 Uhr
Kreative Formen der Gedenkstättenarbeit

7. Berlin-Brandenburgisches Forum für zeitgeschichtliche Bildung

Am 18. Juni 2010 findet in der Zeit von 9.00 bis 16.30 Uhr in der Gedenkstätte Berliner Mauer das 7. Berlin-Brandenburgische Forum für zeitgeschichtliche Bildung statt.

Wie in jedem Jahr bringt die Arbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten in Berlin und Brandenburg Gedenkstättenmitarbeiter/innen, Lehrer/innen und weitere Multiplikatoren der Bildungsarbeit zusammen, um den Erfahrungsaustausch und wechselseitige Anregungen zu fördern.

Dieses Jahr stehen „kreative Formen der Gedenkstättenarbeit“ im Mittelpunkt des Interesses. Welche neuen Wege bieten künstlerische und/oder spielerische Zugänge und Ausdrucksformen für die Gedenkstättenpädagogik? Wo liegen die Chancen, wo die Grenzen kreativer Aneignungsprozesse in der historisch-politischen Bildungsarbeit?

Diese und andere Fragen sollen in fünf Themenforen zu den Schwerpunkten Theater, Bildende Kunst, Schreiben, Musik und Neue Medien erörtert werden. Gedenkstättenmitarbeiter/innen und Künstler/innen stellen in den einzelnen Foren ihre Projekte vor und diskutieren sie mit dem Auditorium sowie mit Expert/innen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft. In einer abschließenden Podiumsdiskussion werden die Themen des Tages noch einmal zusammengeführt und ausgewertet.

Darüber hinaus präsentieren Gedenkstätten und anderer Einrichtungen der außerschulischen historischen Bildungsarbeit auf dem Markt der Möglichkeiten ihre Angebote.

VERANSTALTUNGSORT
Gedenkstätte Berliner Mauer
Besucherzentrum
Bernauer Straße 119
13355 Berlin

ANMELDUNG
Bitte nutzen Sie für die Anmeldung das beiliegende Formular.
Anmeldeschluss ist der 4. Juni 2010.
Bildungsforum 2010 - Anmeldeformular als pdf [PDF, 20,00 KB]

DER TAG IM ÜBERBLICK

  • 09:00 bis 09:30 Uhr: Begrüßung; ANDRÉ SCHMITZ, Staatssekretär für Kultur, PROF. DR. GÜNTER MORSCH und MARTIN GUTZEIT, Vorsitzende der Arbeitskreise I und II der Arbeitsgemeinschaft der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten
  • 09:30 bis 10:00 Uhr: Einführungsvortrag von DR. KATHARINA HOFFMANN, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Kreative Formen in der Gedenkstättenarbeit. Ein Königsweg? Theoretische Überlegungen zu Ansätzen in der Geschichtsvermittlung

  • 10:15 – 12:00 Uhr│Themenforen mit Projektvorstellungen

    Themenforum 1: Theater
    Historisches Lernen mit Mitteln des szenischen Spiels: Welche Formen und Methoden gibt es, um spielerisch und spielend Geschichte zu entdecken? Wie kann der Ablauf eines Theaterprojekts gestaltet werden – von der Idee bis hin zur Aufführung? Welchen Stellenwert haben dabei schauspielerische und künstlerische Aspekte? Zwei Beispiele aus der Praxis geben Einblick in Möglichkeiten und Erfahrungen mit Theaterarbeit im Geschichtsunterricht und an außerschulischen Lernorten.

  • PETRA SAAR, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), Außenstelle Erfurt:
    „Stasi-Stücke" – Szenische Umsetzung von Fällen aus MfS-Akten zum Lesen und
    Nachspielen für Schüler/innen
  • TANIA MEYER und AGNES EHRIG, Grips-Werke e.V.:
    Fundstücke – ein theaterpädagogisches Projekt über Ost-West-Bilder von Jugendlichen
  • Expertin: KATJA LEHMANN, Geschichtsdidaktikerin und Regisseurin, KU Eichstädt-Ingolstadt
  • Moderation: DR. AXEL KLAUSMEIER, Direktor der Stiftung Berliner Mauer (vormittags) / DR. MARIA NOOKE, stellvertretende Direktorin der Stiftung Berliner Mauer (nachmittags)

  • Themenforum 2: Bildende Kunst
    Kunst als Handlungs- und Kommunikationsform: Wie lässt sich die Vermittlung historisch-politischer Bildung mit den Freiheiten künstlerischen Arbeitens verbinden, ohne dabei eine Seite zu vernachlässigen? Welche Potenziale liegen in einem partizipatorischen Kunstprojekt, das Gedenkstättenbesucher/innen zum Dialog und ästhetischen Handeln einlädt? Drei Projekte zeigen verschiedene Wege auf, die Bildungsarbeit und Kunst zusammenbringen.

  • CHRISTIAN BADEL, freier Künstler und MIRKO WETZEL, Bildungsverbund für die IJBS Sachsenhausen e.V./Modellprojekt kunst – raum - erinnerung:
    Der Comicworkshop „Unterm Strich“ – eine grafische Annäherung an die Geschichte des KZ Sachsenhausen
  • ANNA ZOSIK, freie Künstlerin, Modellprojekt kunst – raum - erinnerung:
    Die Gedenkwerkstatt – ein partizipatives Kunstprojekt in der IJBS Oswiecim/Auschwitz
  • INGO GROLLMUS, Werkstatt 0305, Ernst-Litfaß-Schule Berlin:
    Fast unbunt – Druckgraphiken aus Ravensbrück
  • Experte: DR. HORST HOHEISEL, freier Künstler
  • Moderation: DR. INSA ESCHEBACH, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

  • Themenforum 3: Schreiben
    Schreibend lernen: Welche Konzepte liegen der Idee des kreativen Schreibens zugrunde, mit welchen Methoden wird gearbeitet? Wie können die Auseinandersetzung mit Sprache und das Formulieren persönlicher Gedanken und Gefühle historisches Lernen fördern? Prozesse und Produkte des Schreibens im Rahmen von Gedenkstättenarbeit werden vorgestellt und Chancen sowie Schwierigkeiten dieses Zugangs diskutiert.

  • DR. CONSTANZE JAISER, Literaturwissenschaftlerin und Bildungsreferentin:
    „Warum darf ich nicht mehr in die Schule und zu meinen Freunden?“ – Kreatives
    Schreiben als Förderung von kognitivem und emotionalem Verstehen
  • CARMEN WINTER, Autorin und Schreibdozentin:
    Schreiben statt zu verstummen. Erfahrungen mit Schreibwerkstätten in Gedenkstätten
  • Expertin: DR. HEIDI BEHRENS, Dipl.-Pädagogin und freiberufliche Bildungsreferentin
  • Moderation: PROF. DR. JOHANNES TUCHEL, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

  • Themenforum 4: Musik
    Hören, verstehen, musizieren, komponieren: Ob historische Lieder oder Hip Hop von heute – welche Wege bietet die Musik, um sich mit Fragen der Vergangenheit auseinanderzusetzen? Wie können musikbezogene Erfahrungen und musikalische Praxis mit historisch-politischem Lernen verknüpft werden? Anhand von zwei Musikprojekten werden mögliche Verknüpfungen vorgestellt und notwendige Voraussetzungen für ein Gelingen erörtert.

  • KUTLU YURTSEVEN, Microphone Mafia:
    Das Musikprojekt „Per la Vita“ - Bejarano und Microphone Mafia
  • KATHARINA OBENS, Dipl.-Psychologin und Lehrbeauftragte, FU Berlin und TANJA SEIDER, Medienpädagogin und Doktorandin, TU Berlin:
    Musikalisches Storytelling und Sampling als Erfahrungstransfer zwischen den
    Generationen – zur Arbeit mit dem pädagogischen Material zum Film „Per La Vita“ (2010)
  • VOLKER AHMELS, Leiter des Zentrums für Verfemte Musik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock:
    Musik - Geschichte & Erinnerung - Herausforderung und neue Chancen für die Pädagogik, in Schulen und Kultureinrichtungen. Projektpräsentation und Vermittlung von neuen Lernansätzen am Beispiel durch die Nationalsozialisten verfemter Musiker und Komponisten
  • Expertin: DR. GABRIELE KNAPP, Musiktherapeutin und Bildungsreferentin, IN VIA Center Berlin-Karlshorst
  • Moderation: DR. JÖRG MORRÉ, Leiter des Deutsch-Russisches Museum Karlshorst

  • Themenforum 5: Neue Medien
    Geschichte im digitalen Gewand: Welche neuen Wege der Vermittlung eröffnen Angebote wie Serious Games und Onlineplattformen? Wie können virtuelle Welten und historische Orte zusammen kommen, und wie lassen sich (multi-)mediale Lern und Kommunikationsformen für Gedenkstätten nutzen? Auf Grundlage dreier Praxisbeispiele werden die Möglichkeiten digitaler Medien aufgezeigt und diskutiert.

  • ANJA HAWLITSCHEK, Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie:
    „Und dann, ganz plötzlich, war ich in der DDR gefangen.“ – Ein Serious Game für den Geschichtsunterricht
  • BORIS BROKMEIER, Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten:
    Blended learning DDR – Entwicklung und Erprobung von online-gestützten Lernkonzepten für die historisch- politische Jugendbildung
  • TERESA REUTER, KünstlerInnenteam T+T:
    „Virtuelle Mauer goes school“ – ein partizipatorischer Workshop auf Grundlage der
    interaktiven 3D-Installation „Virtuelle Mauer/ReConstructing the Wall“
  • Experte: LORENZ MATZAT, Journalist und Medienpädagoge
  • Moderation: DR. NORBERT KAMPE, Leiter der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz

  • 12:00 – 13:45 Uhr│Mittagspause
    Mittagessen wird in der DB-Kantine am Nordbahnhof angeboten
    „Markt der Möglichkeiten“: Informationsangebote von Gedenkstätten und anderen Bildungsinitiativen im Besucherzentrum
    12.15 Uhr, 13.00 Uhr: Führung „Die Bernauer Straße nach dem Mauerbau“, Treffpunkt vor dem Besucherzentrum

    13:45 – 15:15 Uhr│Themenforen mit Projektvorstellungen
    Wiederholung der Themenforen vom Vormittag

    15:30 – 16:30 Uhr│Podiumsdiskussion
  • Auf dem Podium: DR. HORST HOHEISEL, freier Künstler, MARIO RÖLLIG, Zeitzeuge und Referent der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, PROF. DR. WALTRAUD SCHREIBER, Lehrstuhlinhaberin für Theorie und Didaktik der Geschichte, KU Eichstätt-Ingolstadt (angefragt)
  • Moderation: DR. JENS HÜTTMANN, Leiter des Arbeitsbereichs Bildungsarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

  • 16:30 Uhr │Ende der Veranstaltung

    Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

    Kathrin Steinhausen
    Tel. 030 / 75 65 73 94
    E-Mail an K. Steinhausen

    Dr. Sarah Bornhorst
    Tel. 030 / 467 98 66 68
    E-Mail an S. Bornhorst