Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

02. Januar 2009

Der Trägerverein der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde übergibt die Geschäfte an die Stiftung Berliner Mauer

Am 31.12.2008 hat der Trägerverein der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde die Geschäfte an die Stiftung Berliner Mauer übergeben. Somit hat die Stiftung Berliner Mauer am 1. Januar 2009 offiziell ihre Arbeit aufgenommen. In der landeseigenen Stiftung ist die Erinnerungsstätte mit der Gedenkstätte Berliner Mauer vereint.

"Nun beginnt für die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ein neues Kapitel. Im Oktober 1993 initiierten ehemalige Flüchtlinge, Mitarbeiter des Notaufnahmelagers sowie interessierte Wissenschaftler die Gedenkstätte. Wir danken allen Vereinsmitgliedern für ihr großes Engagement. Sie ermöglichten bereits 1993 eine erste Ausstellung über die deutsch-deutsche Fluchtbewegung am historischen Ort. Die heutige umfassende Dauerausstellung wurde dann am 14. April 2005 eingeweiht. Seitdem haben weit über 25.000 Besucher das Museum besucht. Ein Erfolg, den wir in die Stiftung Berliner Mauer mit einbringen. Wir freuen uns, dass die Existenz der Gedenkstätte durch die Stiftung weiterhin gesichert ist", kommentiert Dr. Helge Heidemeyer, Vorstand des neuen Fördervereins, der sich mit dem Eingang der Gedenkstätte in die Stiftung gegründet hat, die neue Situation. Dr. Helge Heidemeyer vertritt die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde auch im Stiftungsrat, der sich bereits am 7. November 2008 etabliert hat.

"Schon jetzt bestehen enge Kooperationen mit der Gedenkstätte Berliner Mauer. So bieten wir zum Beispiel gemeinsame Projekttage für Schulklassen und Jugendliche an, in denen sie sich an beiden Gedenkorten mit der deutsch-deutschen Geschichte auseinandersetzen. Die Erinnerung an die zahlreichen Opfer und die Flüchtlinge, die sich den Repressionen der DDR-Regierung widersetzten, wach zu halten, eint die Mitarbeiter beider Gedenkstätten. Wir freuen uns, dass mit Dr. Axel Klausmeier ein kompetenter Experte die neue Stiftung leitet, der die Arbeit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu schätzen weiß. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Geschichte am authentischen Ort zu vermitteln. Im nächsten Jahr werden wir auch die jüngere Geschichte des ehemaligen Notaufnahmelagers, der späteren Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler, in den Blick nehmen. Von 1964 bis Ende 2008 wurden hier über 95.000 Aussiedler aufgenommen. Ihnen werden wir eine unserer nächsten Sonderausstellungen widmen," äußert sich Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, über die nähere Zukunft der Gedenkstätte.

Pressemitteilung als pdf [PDF, 70,00 KB]

Pressekontakt
Judith Bilger
Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
E-Mail an J. Bilger