Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

09. Dezember 2008

Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde bei Besuchergruppen beliebt

Das ehemalige Notaufnahmelager Marienfelde, die heutige Zentrale Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler, wird zwar Ende 2008 geschlossen, doch die Gedenkstätte mit ihrem Museum bleibt erhalten. Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Besucherzahlen haben sich um über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Annähernd 9.000 Besucher werden Ende dieses Jahres die Gedenkstätte 2008 besucht haben. Rund 60 Prozent der jährlichen Gäste des Museums sind Gruppen. Sie nehmen fast immer eine Führung in Anspruch. Auch Zeitzeugengespräche werden gerne gebucht.

„Was wir hier gesehen haben, muss auf jeden Fall erhalten bleiben, damit auch zukünftige Generationen wissen, was Freiheit, die heute für viele selbstverständlich ist, bedeutet,“ lautet ein Eintrag im Besucherbuch der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. „Eine aufwühlende, aber enorm wichtige Ausstellung“ so beschreibt ein anderer Besucher seine Eindrücke. Beispiele für positive Reaktionen, die die Ausstellung bei den Besuchern hervorruft.

Gerade bei Besuchergruppen kommt die Gedenkstätte gut an. An der Spitze der Gästegruppen stehen die Besuchergruppen des Bundestages. Aber auch Mitglieder der Bundeswehr und viele Schülergruppen nutzen das Angebot. Für sie wurden eigens museumspädagogische Programme konzipiert. Neben Zeitzeugengesprächen bietet die Gedenkstätte auch Projektarbeit in den Ausstellungen an. Lehrer und Schüler schätzen die vielseitigen Zugänge zur Geschichte der DDR und der Bundesrepublik, die die Zeit, die die Jugendlichen selbst nicht mehr erlebt haben, lebendig werden lassen.

„Wir stellen die Zeitzeugenexponate ins Zentrum unserer Ausstellung und ordnen sie in die politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge der DDR und der Bundesrepublik ein. Das kommt bei den Besuchern an. So wird an Einzelschicksalen exemplarisch beleuchtet, wie das Unterdrückungsregime DDR funktioniert hat“, erläutert Bettina Effner, Leiterin der Gedenkstätte, den Ansatz der Erinnerungsstätte.

„Flucht im geteilten Deutschland“ heißt die Dauerausstellung, die in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zu sehen ist. Die Ausstellung mit ihren 900 Exponaten auf mehr als 450 Quadratmetern ist von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Außerdem ist die Sonderausstellung „Die Zentrale Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler (ZAB) 1964-2008: eine fotografische Spurensicherung“ mit Fotografien von Meike Gronau, die Mitarbeiter der ZAB porträtiert hat, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Öffentliche Führungen finden mittwochs und sonntags jeweils um 15.00 Uhr statt.

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