Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

14. April 2008

Segment der Berliner Mauer vor der Gedenkstätte platziert

Am 14. April 1953 eröffnete Bundespräsident Theodor Heuss ein neues Flüchtlingslager im Südwesten Berlins. 1,35 Millionen Menschen passierten dieses „Tor zur Freiheit“, bis die Funktion Marienfeldes als Aufnahmelager für DDR-Flüchtlinge mit der deutschen Einheit 1990 endete. Heute wurde zur Feier dieses Jahrestages ein Segment der Berliner Mauer, das bisher auf dem Gelände des früheren Notaufnahmelagers stand, auf den Vorplatz der Gedenkstätte umgesetzt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der stellv. Bezirksbürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Dieter Hapel, war bei der Umsetzung zugegen. Zahlreiche Gäste wohnten der Einweihung bei.

Beinahe 40 Jahre lang war das Notaufnahmelager Marienfelde in West-Berlin die zentrale Anlaufstelle für alle, die der DDR den Rücken kehrten. Die Auswirkungen des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands für die Menschen waren hier so unmittelbar wie an kaum einem anderen Ort spürbar. Wer in Marienfelde ankam, hatte Grenze und Mauer zwar überwunden. Doch ging die Flucht oft mit psychischen Strapazen, mancher Grenzdurchbruch auch mit schweren körperlichen Verletzungen einher. Freunde und Verwandte, die vertraute Umgebung sowie ihren Besitz mussten die Flüchtlinge und Ausreisenden zurücklassen. In Marienfelde wurden sie aufgenommen und versorgt, um ihnen ein neues Leben im Westen zu eröffnen. Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde erinnert mit der Umsetzung eines Segments der Mauer an die deutsche Teilung und ihre Überwindung.

„Das Mauersegment steht für die Unterdrückung und Verfolgung, der die Bürger der DDR 40 Jahre lang vielfach ausgesetzt waren. Gleichzeitig ist es ein Symbol für die Überwindung der Unfreiheit, vor der insgesamt rund 4 Millionen Menschen flüchteten. Insofern passt es sehr gut auf den Vorplatz der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. Gemeinsam mit dem Bronzeabguss eines Flüchtlingskoffers ergibt sich ein Ensemble, das die Besucher der Erinnerungsstätte auf die Dauerausstellung im Gebäude einstimmt, die den vielen Flüchtlingen gewidmet ist“, erklärt Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte.

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