Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

28. August 2007

Pressemitteilung: Neues Bildungsangebot zur deutsch-deutschen Geschichte zum Schuljahresbeginn

Speziell für Schulklassen hat die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Arbeitsmaterialien zu deutsch-deutschen Flüchtlingsbiografien entwickelt. Die Materialien bieten Schülerinnen und Schülern in Berlin und Brandenburg Gelegenheit, sich im neuen Schuljahr in Projekten intensiv mit der Geschichte der beiden deutschen Teilstaaten auseinanderzusetzen. Die Erinnerungsstätte erweitert mit dem neuen Angebot ihr museumspädagogisches Programm zu Ursachen, Verlauf und Folgen der Fluchtbewegung aus der DDR.

„In der Projektarbeit und auch im Unterricht ist die Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte und der Beziehungsgeschichte der beiden deutschen Staaten oft unterbelichtet. Die individuellen Lebensgeschichten der Flüchtlinge, ihre Erlebnisse und Erfahrungen in Ost und West eröffnen jungen Menschen einen anschaulichen Zugang zu diesem Thema“, lobt Wilfried Seiring, ehemaliger Leiter des Berliner Landesschulamts, die Materialien für die biografische Spurensuche. 1957 als junger Student aus der DDR geflohen, hat Seiring selbst beide Seiten der Grenze kennen gelernt.

Manfred Schmitz, stellvertretender Vorsitzender des Berliner Geschichtslehrerverbandes und Mi-tarbeiter der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, bekräftigt: „Die Biografien der Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR führen eindrücklich vor Augen, wie sehr die Geschichte Ost- und Westdeutschlands miteinander verwoben war – auf der persönlichen wie auf der politischen Ebene. So lernen Schülerinnen und Schüler, die Jahre der Teilung und die Aufarbeitung des SED-Regimes als gemeinsame Geschichte und als gemeinsame Aufgabe heute zu begreifen.“

Die Vermittlung an die nachfolgende Generation ist zentrales Anliegen der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde. „Das breite Spektrum an Themen und Materialien in der Dauerausstellung – von den Fluchtursachen bis zu den Herausforderungen bei der Integration – eröffnet vielfältige Zugänge zur deutschen Nachkriegsgeschichte bis 1990. Außerdem bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte für aktuelle Fragestellungen“, erläutert die Bildungsreferentin Kathrin Zinkmann. Das nun vorliegende Angebot richtet sich an Schüler der Jahrgangsstufen neun bis elf. Als nächstes wird ein Projektangebot für die Oberstufe erarbeitet, das die Bundesrepublik als Einwanderungsgesellschaft thematisiert. Neben den Schülerprogrammen bietet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde regelmäßig Lehrerfortbildungen an.

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Pressekontakt:
Kathrin Zinkmann
Telefon: +49 (0)30 - 75 65 73 94
Telefax: +49 (0)30 - 75 44 66 34
E-Mail: k.zinkmann@notaufnahmelager-berlin.de