Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

9. Juli 2007

Herausragende Bedeutung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gewürdigt

Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann stellte in der letzten Woche das neue Gedenkstättenkonzept des Bundes im Entwurf vor. Das Konzept sieht vor, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „wegen ihrer herausragenden Bedeutung“ künftig in einer Stiftung zusammen mit der Gedenkstätte Berliner Mauer institutionell zu fördern.

Zum Entwurf des Bundesbeauftragten erklärt der Vorsitzende des Vereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Dr. Helge Heidemeyer: „Mit großer Befriedigung stellen wir fest, dass hinsichtlich der Gedenkstätten zu Teilung und Grenze ein umfassender Konsens zwischen allen Beteiligten herrscht. Die Vorstellungen des Bundes, des Landes Berlin und die im letzten Jahr von der Expertenkommission vorgelegten Vorschläge decken sich in diesem Bereich. Danach sollen die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und die Gedenkstätte Berliner Mauer unter einem gemeinsamen Stiftungsdach institutionell gefördert werden, um die Schrecken und die Folgen der deutschen Teilung anschaulich zu machen. Der Verein sieht darin eine Bestätigung für sein langes ehrenamtliches Engagement. Wir hoffen, dass es der Politik nun rasch gelingt, die Planungen umzusetzen und so die qualitätsvolle und wichtige Arbeit in unserer Gedenkstätte auf eine solide Grundlage zu stellen.“

Unterdessen bereitet das Land Berlin die Gründung der Stiftung Berliner Mauer vor. Die Erinnerungsstätte begrüßt diese Bündelung, die die schon jetzt enge Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer bestätigt. Wo der originäre Beitrag der Erinnerungsstätte in diesem Rahmen liegen wird, erläutert Dr. Heidemeyer: „Der authentische Ort Notaufnahmelager Marienfelde bietet Anknüpfungspunkte für den Schwerpunkt Teilung und Grenze in einem umfassenden Sinn. Hier ist Alltagsgeschichte im Sinne des ‚Angst-Anpassungssyndroms‘, wie das Gedenkstättenkonzept mit Gauck formuliert, greifbar. Wie sonst sollte man erklären, warum Millionen Menschen aus der DDR ihre Heimat verließen? Marienfelde als ‚Tor zum Westen‘ vermittelt zudem wie kein anderer Ort, dass die DDR -Unrechtsgeschichte massiven Einfluss auf viele Entwicklungen in der Bundesrepublik hatte, DDR -Geschichte also keineswegs ostdeutsche Regionalgeschichte ist.“

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