Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

17. März 2006

Presseinformation: Der Berliner Mauerweg als Vorbild für den Iron-Curtain-Trail

Wo einst kilometerbreite Grenzanlagen Ost und West trennten, soll ein Rad- und Wanderweg an die Zeit des Kalten Krieges erinnern und die Teilung des Kontinents überwinden helfen. Heute abend um 19:00 berichtet der Europa-Abgeordnete Michael Cramer in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde von Stand und Perspektiven des Projekts.

Wie in Berlin, wo die Idee eines historischen Rad- und Wanderwegs entlang des ehemaligen Mauerstreifens bereits erfolgreich realisiert wurde, soll nach Beschluss des Europäischen Parlaments das Gebiet längs des einstigen „Eisernen Vorhangs“ geschützt, touristisch erschlossen und als Geschichtspfad ausgewiesen werden.

Herr Cramer, der als Berliner Verkehrspolitiker die Realisierung des Berliner Mauerwegs maßgeblich durchsetzte und sich nun im Europaparlament für den „Iron-Curtain-Trail“ engagiert, erläutert die Initiative: „Der ‚Berliner Mauerweg’ ist mittlerweile ein Markenzeichen für die Verbindung von sanftem und Stadt-Tourismus. Und deshalb ist er zum Vorbild für den fast 7.000 Kilometer langen Iron-Curtain-Trail in Europa geworden, den das Europäische Parlament auf Antrag der Grünen als europäischen Gedächtnisweg für Wanderer und Radfahrer beschlossen hat. 20 Länder, darunter 12 EU-Staaten, beteiligen sich unter der Schirmherrschaft von Michael Gorbatschow an dem ‚Grünen Band’ entlang dem früheren Eisernen Vorhang von der Barentssee zum Schwarzen Meer.“

Der „Iron-Curtain-Trail“ als historisches Denk- und Mahnmal erinnert an die Teilung der Welt in zwei politische Blöcke. Rund 1,400 Kilometer dieser Grenze verliefen 40 Jahre lang quer durch Deutschland. Trotz der Grenzbefestigungen, die im Laufe der Zeit immer weiter und effektiver ausgebaut wurden, gelang es zahlreichen Menschen, in den Westen zu flüchten.

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde erzählt am authentischen Ort von der Flucht im geteilten Deutschland. Von 1949 bis 1990 verließen insgesamt mehr als vier Millionen Menschen DDR. 1,35 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler wurden in Marienfelde aufgenommen, versorgt und in die Länder der Bundesrepublik Deutschland weitergeleitet.

Der Vortrag „Der Berliner Mauerweg als Vorbild für den Iron-Curtain-Trail“ von Michael Cramer ist Teil des vielfältigen Veranstaltungsprogramms der Erinnerungsstätte. „Wir freuen uns“, so der Vorsitzende des Trägervereins, Herr Harald Fiss, „dass wir am heutigen Abend unsere erfolgreiche Themenreihe zur Geschichte der Ost-West-Spaltung und den Formen der Erinnerung mit dieser Präsentation eines europaweiten Projekts fortsetzen können.“

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