Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

7. Juni 2006

Pressemitteilung: Junge Studenten kommentieren die deutsche Einheit - Neue Sonderausstellung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde startet heute ihre große Sonderausstellungsreihe mit „geschichts-codes: Wir sind ein Volk!“. In der Plakatausstellung sind Arbeiten von Kunsthochschulstudenten aus ganz Deutschland zu sehen: originelle Kommentare der jungen Generation zum vieldiskutierten Stand der Wiedervereinigung. Nach ihrer Tournee durch die Bundesländer, Großbritannien und China macht die Ausstellung jetzt Station in Berlin.

Das angeblich mangelnde Interesse junger Menschen an Geschichte wird häufig beklagt. Diese Ausstellung tritt den Gegenbeweis an: Mehr als 100 junge Studierende haben sich beteiligt, als die Stiftung Aufarbeitung 2005 einen Plakatwettbewerb zum Jahrestag der deutschen Einheit ausschrieb. 22 Arbeiten wurden für die Ausstellung ausgewählt, darunter auch die vier, die Bundespräsident Horst Köhler als Siegerplakate prämierte. Unter den Besten sind auch Claudia Brunner (Fachhochschule Potsdam, 1. Preis) und Verena Postweiler (Technische Kunstschule Berlin, 2. Preis) ausgezeichnet worden.

Wie steht es mittlerweile um die Annäherung zwischen Ost und West? – Auf diese Frage antworten die Entwürfe vielstimmig, aber immer engagiert und grafisch auf hohem Niveau. Kritisch, ironisch und mit viel Witz kommentieren die Studenten den Prozess der deutschen Wiedervereinigung. Für das derzeitige Ost-West-Verhältnis haben sie provokative, aber auch sehr nachdenkliche und poetische Bilder gefunden. Plakate, die den Besuchern Anregungen für das eigene Selbstverständnis geben und einen wichtigen Beitrag zur politisch-historischen Bildung Jugendlicher leisten können.

Harald Fiss, Vorsitzender des Vereins Erinnerungsstätte, freut sich, „dass wir diese Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Aufarbeitung in Marienfelde zeigen. Weil es den Plakatmachern um das deutsch-deutsche Verhältnis geht, ist die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ein idealer Ort für die Präsentation ihrer Arbeiten. Fast 40 Jahre lang war Marienfelde als zentrales Aufnahmelager für Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR ein Schauplatz des Ost-West-Konflikts. Heute informiert unsere ständige Ausstellung mit rund 900 Exponaten über die Fluchtbewegung als einen wichtigen Teil der deutsch-deutschen Beziehungsgeschichte.“

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde hat der Deutsche Bundestag als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung eingestuft.

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Pressekontakt:
Bettina Effner
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