Foto. Flüchtlinge in ihrer Unterkunft im Notaufnahmelager Marienfelde bei der Lektüre der Zeitung, 8. Oktober 1953.
© Landesarchiv Berlin

11. Juli 2006

Pressemitteilung: Weltpremiere - Fotografien von René Burri 2007 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde wird im kommenden Jahr nie zuvor ausgestellte Bilder des weltbekannten Fotografen René Burri präsentieren: 40 Fotografien entstanden kurz vor dem Mauerbau am 13. August 1961 im Notaufnahmelager Marienfelde. Die Finanzierung des einzigartigen Projektes ist jetzt durch Gelder des Hauptstadtkulturfonds gesichert.

Mit der Bewilligung der Fördergelder unterstrich die Jury des Hauptstadtkulturfonds die Bedeutung des Ausstellungsprojekts. Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte, freut sich: „Die Fotografien René Burris sind beeindruckende Zeitdokumente und ästhetisch von herausragender Qualität. Er war mit seiner Kamera vor Ort, als sich im Sommer 1961 im Notaufnahmelager Marienfelde dramatische Szenen abspielten. An manchen Tagen meldeten sich mehr als 2.000 Menschen aus der DDR, die der befürchteten Abriegelung Berlins zu entkommen versuchten. René Burri dokumentierte mit ausdrucksstarken Bildern die Situation der Flüchtlinge: Seine Momentaufnahmen zeigen Menschen zwischen Bangen und Hoffen – gedrängt vor dem Eingang des Aufnahmelagers, in den kärglich ausgestatteten Quartieren des Lagers oder mit ihren wenigen Habseligkeiten erschöpft wartend. Wir begrüßen es sehr, dass seine Fotos nun an ihren Entstehungsort zurückkehren.“

René Burri, 1933 in Zürich geboren, gehört zu den weltweit bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. 1949 bis 1953 studierte er an der Zürcher Kunstgewerbeschule Fotografie; 1956 begann er mit seiner Arbeit für die legendäre Fotoagentur Magnum. Seine kraftvollen Bildreportagen wurden in international renommierten Magazinen wie Paris Match, Time, Life, National Geographic und Vogue veröffentlicht.

Die Ausstellung seiner im Notaufnahmelager Marienfelde entstandenen Werke wird am 14. April 2007 eröffnet. Für die Erinnerungsstätte ist dies in zweifacher Hinsicht ein bedeutsames Datum: Es ist der 54. Jahrestag der Einweihung des Notaufnahmelagers Marienfelde durch den damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss und der zweite Jahrestag der Eröffnung der Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“.

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Pressekontakt:
Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte
Telefon: +49 (0)30 - 75 00 84 00
Telefax: +49 (0)30 - 75 44 66 34
E-mail: b.effner@notaufnahmelager-berlin.de