Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

November 2013

Stempel - Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde

Stempel - Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Einer der charakteristischsten Gebrauchsgegenstände für das Notaufnahmeverfahren war der Stempel. Sie kamen während der aktiven Zeit des Notaufnahmelagers täglich viele Male zum Einsatz. Adresstempel, Datumsstempel, Buchstaben- und Zahlenstempel sowie Stempel, die für das Notaufnahmeverfahren und den behördlichen Alltag von Bedeutung waren, gehörten zur Grundausstattung der Verwaltung. Allein auf dem Laufzettel, den ein Flüchtling für das Verfahren erhielt, wurde jede der 12 Station der Notaufnahme durch Stempel bestätigt und verwaltet und waren dadurch ein wichtiger Teil des Verfahrens.

Zu der rund 2400 Stempel umfassenden Teilsammlung der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde zählt auch unser Objekt des Monats. Und doch stellt es im Konvolut der Stempel eine Ausnahme dar. Denn anders als es sich auf den ersten Blick vermuten lässt, ist der Stempel kein Relikt des Notaufnahmeverfahrens, sondern Teil der „neuren“ Geschichte des Hauses. Er ist Zeugnis für die Entstehung der Erinnerungsstätte und der Gründung des „Verein Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde e.V.“ 1993. Auf Initiative des Vereines, der sich für die Erinnerung an die Auswirkung der deutschen Teilung für Berlin einsetzt, wurde eine erste Ausstellung konzipiert Die Geschichte der deutsch-deutschen Fluchtbewegung wurde an authentischem Ort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auch die aktuelle Ausstellung geht auf die Initiative des Vereins zurück. In diesem Zeitraum wurde unser Objekt des Monats eingesetzt um den behördlichen und verwaltungstechnischen Alltag zu erleichtern.

Der Stempel stellt somit ein Zeugnis der Geschichte der Erinnerungsstätte dar und ist aus diesem Grund Teil der Sammlung der Erinnerungsstätte und für uns von Bedeutung.