Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

August 2013

Einladung zur festlichen Eröffnung der Deutschen Oper Berlin
(ENM-007583)

Eintrittskarte Eröffnung Deutsche Oper Berlin 1961
Am Sonntag, dem 24. September 1961, wurde das neugebaute Zuschauerhaus der Deutschen Oper Berlin mit Mozarts ‚Don Giovanni’ wieder eröffnet. Unter den geladenen Gästen war neben Vertretern aus Politik und Showbiz auch Herr Roos, der neun Tage zuvor durch den Stacheldraht nach Westberlin geflohen war.

Vom Pförtner des Notaufnahmelagers Marienfelde, in dem Herr Roos für die Zeit des Notaufnahmeverfahrens lebte, erhielten er und ein Freund die Eintrittskarten für die Oper.
Unwissend was auf sie zukommen würde, fuhren die beiden mit dem Bus zur Vorstellung und stellten überrascht fest, dass ihre Plätze ganz in der Nähe des Ehepaars Rut und Willy Brandt waren. Herr Roos und sein Freund hörten sich die Aufführung an, begeistert über die Möglichkeit eines Opernbesuches. Auf dem anschließenden Empfang stellte ein Senatsbediensteter völlig überraschend Herr Roos und seinen Freund dem Ehepaar Brandt, dem Bundespräsident Heinrich Lübke und Frau sowie anderen Politikern vor. Beide wurden als Flüchtlinge befragt und sollten über ihre Flucht erzählen. Noch heute ist Herr Roos von dem Treffen mit Willy Brandt und Heinrich Lübke sehr beeindruckt.

Über seine Erfahrungen, seine Fluchtgeschichte und den Neuanfang in der Bundesrepublik wird Herr Roos auch bei der 33. Langen Nacht der Museen am 31. August berichten, an der die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde teilnimmt.