Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
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Juli 2013

Küchentagebuch des Notaufnahmelagers Marienfelde vom 25.03.1963 – 18.07.1963 (ENM-002083)

Küchentagebuch des Notaufnahmelagers Marienfelde
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25 Mittagessen, 6 Brote, 100 Stück Butter, 1.450 Stück Margarine, 20 Brie-Käse und 2.800 Stück Zucker“. Dies ist ein kleiner Auszug aus dem Küchentagebuch des Notaufnahmelagers Marienfelde für die verausgabten Lebensmittel am 18. Juli 1963.

Seit der Eröffnung des Lagers im April 1953 wurden die Bewohner in einer zentralen Kantine auf dem Gelände mit Essen aus der Bezirksküche Berlin-Neukölln versorgt. Zwar verfügte jede Wohnung über eine kleine Küche, deren Ausstattung war aufgrund der hohen Belegungszahlen der Wohnungen für die Essenszubereitung jedoch zu klein. Aus diesem Grund wurden die täglichen Mahlzeiten im zentralen Speisesaal ausgegeben.

Im Küchentagebuch wurden täglich Anzahl und Preise der ausgegebenen Rationen notiert. So konnten die Lebensmittelbestände besser verwaltet und die Kosten der zentralen Verpflegung berechnet werden. Vor allem in Zeiten, in denen mehr als 2.000 Essensportionen über die Theke gingen, war dies, um einen Überblick zu behalten, von großer Bedeutung.

Das Küchentagebuch ist ein kleiner Teil im großen Verwaltungsapparat, der das Notaufnahmelager am Laufen hielt. Wie viele andere Zeugnisse aus der Sammlung steht es für das Bemühen und die Leistung seitens der Verwaltung, die Menschen im Lager angemessen zu versorgen. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren für die Unterstützung dankbar - manche allerdings erinnern sich mit Unbehagen die Qualität der Mahlzeiten.