Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

April 2013

Der Bau der Schwierigkeiten
(ENM-007257)

Zeitungsartikel: Der Bau der Schwierigkeiten ist fertig
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Das Notaufnahmelager Marienfelde war 37 Jahre lang für mehr als 1,3 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR die erste Station und Wegbereiter auf dem Weg in ein neues Leben im anderen Teil Deutschlands. Doch wie das Objekt des Monats zeigt, bedurfte es einiger Anstrengungen, bis der damalige Bundespräsident Theodor Heuss diesen zentralen Ort des Neubeginns am 14. April 1953 eröffnen konnte.

„Der Bau der Schwierigkeiten“, wie das Notaufnahmelager in dem Zeitungsartikel vom 9. April 1953 genannt wird, brachte Probleme unterschiedlichster Art mit sich. Streit um die Finanzierung zwischen Bonn und Berlin sowie schlechte Witterungsbedingungen stellten das Vorhaben vor große Herausforderungen. Und doch konnten innerhalb von neun Monaten 15 dreistöckigen Wohnhäuser errichtet werden.

Der Verfasser des Artikels, beschreibt die Anlage als eine „regelrechte, kleine Stadt in Marienfelde“, mit Wohnungen, Waschhaus, Kantine und Kindertagesstätte. Sollte das Lager irgendwann nicht mehr gebraucht werden, könne man es problemlos zu einem „zivilen“ Wohnblock umgestalten. Er schließt mit der Bemerkung, dass dies „Hoffentlich bald!“ geschehe.

Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. Erst 1990 endete die Notaufnahme von Flüchtlingen und Übersiedlern aus der DDR. Seine Funktion als Ort der Aufnahme und Unterstützung für Neuankömmlinge hat das ehemalige Notaufnahmelager indes nicht verloren. Bis zum Sommer 2010 wurden hier (Spät-)Aussiedler aufgenommen, seit Dezember 2010 dient es als Übergangswohnheim für Flüchtlinge und Übersiedler aus aller Welt.

In diesem Jahr feiert das Notaufnahmelager Marienfelde sein 60-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass finden ab dem 11. April 2013 verschiedene Festveranstaltungen statt. Ebenso wie zur Eröffnung des Lagers im April 1953 wird wieder hoher Besuch erwartet: Der amtierende Bundespräsident Joachim Gauck wird beim zentralen Festakt eine Rede halten.