Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Februar 2013

Schuhe von Barbara Große

Ein Paar Schuhe
Diese Schuhe kaufte Barbara Große für 99 Ostmark in der Untersuchungshaftanstalt Chemnitz-Kaßberg, in der sie wegen „landesverräterischer Agententätigkeit“ einsaß.

Zusammen mit ihrem Mann stellte Barbara Große mehrere Ausreiseanträge aus der DDR und informierte sich in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin sowie in der bundesrepublikanischen Botschaft in Prag. Am 19. Januar 1983 wurde sie deshalb wegen „landesverräterischer Agententätigkeit“ verhaftet und später verurteilt.

Nach der Haftzeit im Frauengefängnis Hoheneck wurde sie 1984 in die Untersuchungshaftanstalt Chemnitz-Kaßberg verlegt. Dort wurden alle von der Bundesrepublik freigekauften Häftlinge versammelt um in den Westen gebracht zu werden. Vor der Fahrt in den Westen hatten die Freigekauften noch die Möglichkeit mit Geld aus der Haftarbeit oder von Angehörigen, Kleidung oder andere Konsumgüter im Gefängnisladen einzukaufen. Barbara Große nutzte diese um sich neben den Schuhen Schokolade für sich und ihre Zellengenossinnen zu kaufen. Die Schuhe trug Barbara Große auch nach ihrer Ankunft im Westen kaum, bewahrte sie aber als Erinnerungsstück bis heute auf.

Die Schuhe sind neben anderen Dokumenten von Barbara Große und weiteren Zeitzeugen in der aktuellen Sonderausstellung „Freigekauft – Wege aus DDR-Haft“ ausgestellt, die noch bis zum 31.03.2013 zu sehen ist.