Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Dezember 2012

Selbstgemaltes Bild aus dem Kinderhort der Zentralen Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler, des ehemaligen Notaufnahmelagers Marienfelde

Selbstgemaltes Kinderbild
Dieses Bild einer Winterlandschaft malte Tanja während ihrer Zeit im Kinderhort der Zentralen Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler. Wir wissen nicht was aus Tanja geworden ist – wir wissen nur das Tanja und ihre Familie zu den Familien gehörte, die in den Jahren zwischen 1990-2010 als Spätaussiedler nach Berlin kamen. Seit dem Ende der Deutschen Teilung 1990 wurde in dem ehemaligen Notaufnahmelager für DDR-Flüchtlinge das zentrale Aufnahmelager für Spätaussiedler eingerichtet. Der Kinderhort war einer jener Einrichtungen, die die Weichen für Integration stellten. Er gehörte aber auch zu den Orten, an denen Kinder Kind sein konnten. Eine besonders wichtige Tatsache in Hinblick auf die Erfahrungen und Ereignisse, die hinter ihnen lagen. Der Verlust der vertrauten Umgebung, und der Freunde, die Ankunft in einem Land mit fremder Sprache stellte die Kinder vor große Herausforderungen. Um den Kindern die Überbrückungszeit zu erleichtern und sie gleichzeitig bei der Eingliederung und der Erlernung der Sprache zu unterstützen, sprachen die Erzieher mehrere Sprachen – einige hatten sogar die gleiche Erfahrung gemacht und wussten wir beschwerlich der Weg in ein neues Leben sein konnte. Kindgerecht wurden sie in das neue Leben und die neue Sprache geführt.

Auch heute noch gibt es einen Hort, in dem Kinder aus aller Welt betreut werden. Heute vor allem Kinder, die mit ihrer Familie als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und in dem Übergangswohnheim, welches 2010 aus der Aufnahmestelle für Spätaussiedler wurde, auf die Entscheidung ihrs Asylantrags warten – und die in dem Hort einen Platz zum Spielen und Malen haben.