Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

November 2012

Foto und Zeitungsartikel aus der Welt vom 03.11.1958
(ENM Pressearchiv)

Foto und Zeitungsartikel aus der Welt vom 03.11.1958
Bild vergrößern (öffnet neues Browser-Fenster) [JPG, 210,00 KB]
Der Zeitungsartikel berichtet über den Besuch des Bundespräsidenten Theodor Heuss und des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin Willy Brandt in einem Flüchtlingslager in Lichterfelde. In der ehemaligen Kaserne am Gardeschützenweg wurden Flüchtlinge vom Deutschen Roten Kreuz betreut. Auf dem Foto spricht Theodor Heuss gerade mit dem Flüchtling Richard Schmitz und seiner neben ihm sitzenden Ehefrau Ilse Schmitz.

Das Ehepaar hatte eine abenteuerliche Flucht hinter sich: Sie flohen als Hochzeitsgäste verkleidet aus der DDR - er im Anzug mit Blumentopf unter dem Arm, sie im Abendkleid, unter dem sie der Kälte wegen ein zweites Kleid trug. Mit der S-Bahn fuhren die beiden unerkannt nach West-Berlin.

Die Aufnahme der Flüchtlinge aus der DDR stellte für die „Insel“ West-Berlin eine Herausforderung dar: allein in einer Woche im November 1958 kamen 3783 Flüchtlinge. Immer wieder wurden die Flüchtlingslager von hochrangigen Politikern besucht, die sich ein Bild von der Situation der Menschen machen wollten und gleichzeitig demonstrierten, dass die Politik gewillt war, das Flüchtlingsproblem auf humanitäre Weise zu lösen. Richard Schmitz erzählte seiner Familie noch häufig von seiner Flucht und dem Zusammentreffen mit Theodor Heuss.