Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Oktober 2012

Speiseplan für die Zeit vom 16.10-22.10.1977
(ENM 002056)

Speiseplan
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Dieser Wochenspeiseplan entstammt einem Konvolut von 608 Speiseplänen aus den Jahren 1971 bis 1989. Dem Speiseplan sind die warmen und kalten Mahlzeiten einer Woche zu entnehmen, sowie die unterschiedlichen Farben der Essensmarken und Sonderreglungen für Kinder und Jugendliche.

Ab 1960 hatten die Flüchtlinge im Notaufnahmelager nach einer Dienstverfügung des zuständigen Senators für Arbeit und Soziales (SenArbSoz), das Recht auf „Unterkunft und Verpflegung“. Die Flüchtlinge konnten kostenlos an den Mahlzeiten im großen Speisesaal auf dem Gelände des Lagers teilnehmen und erhielten zusätzlich gegen Vorlage der unterschiedlichen Essensmarken kalte Essensrationen.

Kleinstkinder durften soviel essen, wie sie wollten. Kinder bekamen zusätzlich Milch und Obst. Kaffee hingegen wurde nur für Erwachsenen und Jugendliche über 14 Jahre ausgegeben. Vegetarische Gerichte waren die Seltenheit. In der Regel gab es deftige Gerichte mit Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Am Freitag war Fischtag.

31 Jahre lang belieferte die Bezirksküche Neukölln das Lager mit Essen bis sie 1982 ihre Arbeit beendete. Die Vollverpflegung der Flüchtlinge war einerseits zu teuer, andererseits gab es auch Beschwerden über die Gemeinschaftsverpflegung. Ab 1985 bekam jeder Flüchtling 15 DM pro Tag und musste sich selbst verpflegen.