Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
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Juni 2012

Betrifft: Einrichtungsgegenstände für den Personenkreis des 17.6.1953 (ENM-002000)

Betrifft: Einrichtungsgegenstände für den Personenkreis des 17.6.1953
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Küchenschrank, Kopfpolster, Besen mit Stiel… - in einer Liste der Abteilung Sozialwesen des Berliner Senats vom 29. Juli 1958 sind alle Einrichtungsgegenstände aufgeführt, die den Familien T, H. und P. bei ihrer Ankunft in West-Berlin 1953 leihweise überlassen worden sind. Die drei Familien zählen zum „Personenkreis 17. Juni 1953“ – so bezeichnet die Berliner Verwaltung alle Flüchtlinge, die in Folge des Volksaufstands in der DDR in den Westen geflohen sind und denen Leistungen aus einem besonderen Hilfsfonds zustehen.

Die Inventarlisten, Lieferscheine und Vermerke, die sich in sechs Aktenordnern in der Sammlung der Erinnerungsstätte unter dem Titel „Inventarien für Flüchtl. ‚17. Juni 1953‘“ finden, geben Aufschluss über die Hilfe, die den Menschen nach ihrer Ankunft im Westen zuteil wird; gleichzeitig lassen sie die Schwierigkeiten erkennen, die mit dem Neuanfang verbunden sind. Oft jahrelang leben die Menschen in Sammelunterkünften oder möblierten Zimmern mit geliehenem Hausrat und ungewisser Zukunft.

In den Tagen um den 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zu einer Welle von Streiks und Demonstrationen. Mehr als eine halbe Million Menschen gehen auf die Straßen und protestieren gegen die SED, die das Land mit ihren Maßnahmen zur Sowjetisierung in eine tiefe wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Krise geführt hat. Sie fordern den Rücktritt der Regierung, freie und geheime Wahlen sowie die Einheit Deutschlands. Der Aufstand wird blutig niedergeschlagen. Tausende Demonstrierende werden verhaftet; viele fliehen in den Westen.