Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Mai 2012

Nähmaschine (ENM-004619)

Nähmaschine


Diese Nähmaschine zählte zu den wichtigsten Gegenständen, die Frau Z. im September 1953 auf ihrer Flucht aus Stralsund mitnahm. Gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren beiden Kindern, damals zehn und acht Jahre alt, trug sie die 16 kg schwere Maschine erst bis ins Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde, dann von einem Durchgangslager zum nächsten. Nach mehr als zwei Jahren Lagerleben fand die Familie 1956 schließlich in der Nähe von Hamburg ein neues Zuhause. In den schwierigen Anfangsjahren im Westen war die Nähmaschine Frau Z. eine große Hilfe: Mit umgearbeiteten Sachen aus den Kleiderkammern und selbst genähter Kleidung konnte sie Geld sparen. Aber auch später noch leistete die Maschine gute Dienste; Frau Z. benutzte sie rege bis zu ihrem Tod 1992.