Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Dezember 2015

Haltestelle Marienfelde

Haltestelle Marienfelde
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Am 13. Dezember ist die Bushaltestelle Stegerwaldstraße an der Marienfelder Allee nun offiziell in „Erinnerungsstätte Marienfelde“ umbenannt worden. Damit weist sie allen Besuchern den Weg in die Dauerausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ im ehemaligen Notaufnahmelager. Dass für viele Flüchtlinge Marienfelde auch heute noch eine Haltestelle bei ihrer Ankunft in Berlin ist, zeigt die aktuelle Sonderausstellung „Bridge the Gap“, in der Jugendliche ihre selbsterstellten Fotografien dieses Zwischenhaltes vorstellen.

Doch bereits im Jahr 1960 war Marienfelde als „Haltestelle“ bekannt, wie diese Broschüre zeigt. Darin bietet die Evangelische Flüchtlingsseelsorge Ihre Hilfe an, um den Tausenden nach West-Berlin fliehenden Menschen aus der DDR und Ost-Berlin die Ankunft zu erleichtern. Denn auch nicht-staatlichen Einrichtungen wie in diesem Beispiel die kirchliche Fürsorge versuchten die aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen schwierigen Aufnahmebedingungen im Notaufnahmelager mit konkreter Hilfe zu erleichtern.

Werner Humberg war im Sommer 1960 als Mitarbeiter der Evangelischen Flüchtlingsseelsorge in Marienfelde tätig und hat diese prägende Zeit nie vergessen. Sein Tagebuch aus dieser Zeit übergab er im Jahr 2013 zusammen mit zahlreichen anderen originalen Unterlagen der Sammlung der heutigen Erinnerungsstätte als Schenkung. Dazu gehört auch diese Broschüre aus Marienfelde, deren Titel die neue BVG-Haltestelle schon seit über fünf Jahrzehnten ankündigt.