Foto. Flüchtlinge warten vor dem Notaufnahmelager Marienfelde auf Einlass, 14. August 1961.
© DHM-Schirner

Juli 2015

Eine unvergessliche Woche in Mecklenburg-Vorpommern

Trollhaus Burg Stargard
Im Ordner blättern (3 Fotos)

Eine Flucht mitzuerleben ist für ein Kind schon eine große Herausforderung. Und sich dann in einem vollkommen fremden Umfeld einfügen zu müssen, kann mitunter ein mehr als schwieriges Unterfangen sein. Besonders dann, wenn die Eltern durch die gegebenen Umstände nicht genügend Zeit haben, dem Kind dabei behilflich zu sein.

Bis zum Sommer 2010 befand sich auf dem Gelände des ehemaligen Notaufnahmelagers die zentrale Aufnahmestelle des Landes Berlin für Aussiedler (ZAB) und war zuständig für die Aufnahme von Spätaussiedlern und Flüchtlingen. Um den Eltern ein wenig Unterstützung zu leisten, aber in erster Linie, um den Flüchtlingskindern die Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, gab es als Teil der ZAB das "Trollhaus": Ein Kinder- und Jugendclub, der neben spielerischen Aktivitäten auch kleine Reisen mit Kindergruppen anbot.

Im Juli 2001 reiste eine Gruppe von 16 Kindern und zwei Begleiterinnen nach Burg Stargard, einer Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Woche in den Sommerferien sollten die Kinder Ausflüge, Spaß und vor allem Ablenkung erleben. Es wurden zahlreiche Besichtigungen, viele Aktivitäten und Spiele unternommen. Und natürlich durfte ein Ausflug in das Wahrzeichen der Stadt, die Burg Stargard, dabei nicht fehlen. Innerhalb des Burggeländes wurde auch das heimische Museum besucht, darauf folgten Badeausflüge, der Besuch auf einem Reiterhof, das Spielen auf einem Minigolfplatz, eine Dampferfahrt und vieles mehr.

In diesem Ordner haben die beiden Begleiterinnen der Kindergruppe Erinnerungsstücke aller Art zu dieser kleinen Reise zusammen getragen. Es wurden Stadtpläne, Postkarten, Planungen und von den Kindern gezeichnete Bilder aufbewahrt. Mit dieser Sammlung wurde uns ein wunderbarer Einblick darin gegeben, wie leidenschaftlich und gern man sich im "Trollhaus" um die Kinder gekümmert hat.