Foto. Grundsteinlegung für das Notaufnahmelager Marienfeld am 30. Juli 1952: Der Senator für Sozialwesen Otto Bach beim Einlegen der Urkunde.
© Landesarchiv Berlin

Zahlen

Andrang im Notaufnahmelager Marienfelde

© ENM - Ev. Flüchtlingsseelsorge

In der Zeit von 1953 bis 1990 passierten rund 1,35 Millionen Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR das Notaufnahmelager Marienfelde.

Einen ersten Höhepunkt hatte die Fluchtbewegung im Gründungsjahr des Notaufnahmelagers 1953 erreicht: Im März 1953 hatten über 57.000 Menschen einen Aufnahmeantrag gestellt. Bis Ende des Jahres strömten über 300.000 Menschen nach West-Berlin.

Erst mit dem Mauerbau im August 1961 versiegte der Flüchtlingsstrom. Gelang bis zum Jahresende noch über 20.000 Menschen die Flucht, meldeten sich im gesamten Jahr 1962 lediglich 3.614 Menschen in Marienfelde.

Seit 1964 kamen zunehmend Aussiedler, in erster Linie aus Polen, später aus der ehemaligen Sowjetunion, nach Marienfelde. Sie durchliefen ein gesondertes Verfahren, das allerdings in vielen Punkten mit dem der DDR-Flüchtlinge übereinstimmte. Trotz des Zuzugs der Aussiedler lebten in den 1960er und 1970er Jahren durchschnittlich nur noch 300 bis 400 Menschen im Aufnahmelager.

Mitte der 1980er Jahre kehrte wieder mehr Leben ins Notaufnahmelager ein. Der Zuzug von Aussiedlern verstärkte sich, und auch aus der DDR kamen wieder mehr Menschen – insbesondere 1984, als die SED schlagartig rund 30.000 Ausreiseanträge genehmigte.

Einen neuen (und letzten) Höhepunkt erreichten die Belegungszahlen in Marienfelde 1989: Insgesamt meldeten sich über 51.000 Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR sowie 11.809 Aussiedler/innen in Marienfelde. Um den Andrang zu bewältigen, wurden Notbetten im ehemaligen Speisesaal und in Sitzungsräumen aufgestellt, den Aufnahmebehörden dienten Zelte als zusätzliche Büros.

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