Foto. Grundsteinlegung für das Notaufnahmelager Marienfeld am 30. Juli 1952: Der Senator für Sozialwesen Otto Bach beim Einlegen der Urkunde.
© Landesarchiv Berlin

Jugendliche

Jugendliche im Notaufnahmelager Marienfelde

© ENM - Ev. Flüchtlingsseelsorge

Als Jugendliche galten im Notaufnahmeverfahren Personen bis zum 24. Lebensjahr, womit man über die je unterschiedliche Volljährigkeitsgrenze in beiden deutschen Staaten hinausging (in der DDR 18 Jahre, in der Bundesrepublik 21 Jahre).

Die Zahl der jugendlichen Flüchtlinge aus der DDR war hoch. Im Jahre 1960 stieg der Anteil derjenigen, die jünger als 25 Jahre waren, auf über 50% aller in Marienfelde aufgenommenen Flüchtlinge. Etwa die Hälfte davon kam allein, ohne Eltern oder Angehörige in den Westen. Vor allem diese „alleingehenden“ Jugendlichen wurden als Problemgruppe angesehen, der gegenüber man sich besonders verantwortlich fühlte.

Die jungen Flüchtlinge wurden in spezielle, nach Geschlechtern getrennte Jugendlager eingewiesen, in denen der Schwerpunkt nicht auf der politischen Überprüfung der Fluchtgründe, sondern auf der sozialpädagogischen Betreuung und Fürsorge lag. 1953 existierten in West-Berlin 25 dieser speziellen Kinder- und Jugendlager.

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