Foto. Grundsteinlegung für das Notaufnahmelager Marienfeld am 30. Juli 1952: Der Senator für Sozialwesen Otto Bach beim Einlegen der Urkunde.
© Landesarchiv Berlin

Kontroverse um die Finanzierung

© Landesarchiv Berlin

Voraussetzung für den Bau des zentralen Notaufnahmelagers in Marienfelde war die vom Bundestag im Juni 1951 beschlossene Eingliederung West-Berlins in das Bundesnotaufnahmeverfahren für Februar 1952. Fehlten dem Berliner Senat bis dahin die nötigen finanziellen Mittel für den Bau, versprach die neue Regelung eine massive Entlastung des Haushalts: Der Bund würde die Kosten für die Versorgung der Flüchtlinge während des Notaufnahmeverfahrens sowie – im Rahmen der Kriegsfolgenhilfen – 85 Prozent der Baukosten für das geplante zentrale Notaufnahmelager tragen. Desweiteren sollten die Bundesländer zukünftig 80 Prozent aller in West-Berlin anerkannten Flüchtlinge aufnehmen.

Bereits im Frühjahr 1951 hatte der Berliner Senat mit den Planungen begonnen, im Herbst verweigerte das Bundesfinanzministerium plötzlich die Übernahme seines Anteils. Langwierige Verhandlungen folgten, bis im Juli 1952 schließlich doch die Freigabe des Bundesanteils von 5 Millionen DM erfolgte. Die Gesamtkosten des Baus waren auf 5,7 Millionen DM veranschlagt; seinen Eigenanteil finanzierte Berlin aus Geldmitteln des Berliner Aufbauprogramms.

zum nächsten Eintrag