Foto. Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung 'Flüchtlingskinder malen' am 29. August 1953
© Landesarchiv Berlin - Willy Kiel

Verschwunden und Vergessen - Flüchtlingslager in West-Berlin

Lager Akanierring

Die Sonderausstellung "Verschwunden und Vergessen. Flüchtlingslager in West-Berlin" widmete sich den über 90 Flüchtlingslagern, die in den 1950er und 60er Jahren in West-Berlin für DDR-Flüchtlinge existierten und in Baracken, Fabrikgebäuden oder gar Bunkern untergebracht waren. Heute ist die Mehrzahl der Lager verschwunden und vergessen. Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche.

Herzstück der Sonderausstellung war eine begehbare Karte, die Informationen zu den Flüchtlingslagern zusammenträgt. Daneben wurden unbekannte Fotos, Dokumente und historische Filmaufnahmen gezeigt. An einer Medienstation kamen Zeitzeugen zu Wort, die über das Leben in den Notunterkünften berichten.

Innovativ war das von den Peanutz Architekten entwickelte Ausstellungskonzept. Viele bisher nicht gezeigte Fotos von den Flüchtlingslagern wurden großformatig auf Stoff gedruckt und hängen wie Wäsche an der Leine. Wäscheleinen sind ein typisches Motiv für die Flüchtlingslager. Sie symbolisieren die Beengtheit der Lager ebenso wie ein Stück Privatsphäre der Flüchtlinge, das plötzlich schutzlos öffentlich wird. Zudem ist die Wäscheleine Ausdruck der provisorischen Zustände, in denen sich die DDR-Flüchtlinge wiederfanden. Wäsche wurde von ihnen sogar als behelfsmäßige Wand zum Abgrenzen des eigenen privaten Raums von den Nachbarn genutzt.