Foto. Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung 'Flüchtlingskinder malen' am 29. August 1953
© Landesarchiv Berlin - Willy Kiel

Flucht über Ungarn – Paneuropäisches Picknick ‘89

Ein Picknick verändert Europa: Die Ausstellung thematisiert die dramatischen Ereignisse vom Sommer/Herbst 1989 und ihre Folgen.

Im Zentrum steht der Grenzdurchbruch vom 19. August 1989: Über 600 Menschen nutzten eine kurzfristige Grenzöffnung anlässlich des „Paneuropäischen Picknicks“, um die DDR endgültig zu verlassen. Deutlich werden aber auch die Hintergründe und die Rückwirkungen der Fluchtbewegung auf die politische Umwälzung in der DDR.

Einen besonderen Stellenwert nehmen die Erfahrungen der damals Betroffenen und Beteiligen ein: Exemplarisch für Tausende von Fluchten werden die Geschichten von zwei Frauen und zwei Männern erzählt, die den Verhältnissen in der DDR auf dem Weg über Ungarn entkamen.

Erinnerungsstücke von der Flucht und eine Videostation, an der die Zeitzeugen zu Wort kommen, illustrieren die Ereignisse. Offizielle Dokumente zeigen nicht nur, wie die Ostdeutschen über die „grüne Grenze“ gelangten, sondern auch die Aufnahmebedingungen in der Bundesrepublik.

Die Ausstellung präsentiert fünf Themenbereiche:

  1. Ein Loch im Eisernen Vorhang
  2. Das „Paneuropäische Picknick“ vom 19. August 1989
  3. Fluchtversuche bis zur Öffnung der ungarischen Westgrenze
  4. Massenexodus aus der DDR seit dem 11. September 1989
  5. Ein neuer Anfang: Die Aufnahme der Flüchtlinge in der Bundesrepublik
Kooperationspartner
Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, der ungarischen Stiftung "Paneuropäisches Picknick ’89" und dem Collegium Hungaricum, Berlin.

Ausstellung und Veranstaltungsprogramm wurden durch die finanzielle Förderung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ermöglicht.

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Sonnabend, 9. September 2006, 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Ein Picknick verändert Europa
László Nagy, Stiftung Paneuropäisches Picknick ’89, Sopron/Ungarn, Andreas Waha, Bürgermeister a.D. St. Margarethen/Österreich, und Karin Fritzsche, 1989 über Ungarn geflohen, beleuchten die politische Bedeutung der Ereignisse und ihre Folgen für das eigene Leben.
Moderation: Ines Geipel, Autorin

Sonntag, 10. September 2006, 19:30 Uhr
Konzert: Márta Sebestyén im Kesselhaus der KulturBrauerei
Auf Einladung der Erinnerungsstätte tritt die ungarische Ausnahme-Sängerin Márta Sebestyén, deren Stimme seit dem Film „Der Englische Patient“ weltbekannt ist, mit der Band Düvö in Berlin auf. Die Erinnerungsstätte möchte mit diesem Konzert an die Öffnung der ungarischen Grenze am 11. September 1989 erinnern. Vor Konzertbeginn sprechen Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, und László Nagy, Stiftung Paneuropäisches Picknick ’89.

Freitag, 20. Oktober 2006, 19:00 Uhr
Film-Gespräch: „Jetzt oder nie“
Vorführung des Dokumentarfilms „Jetzt oder nie. Der Grenzdurchbruch 1989 in Sopron“ (2004), anschließend Gespräch mit dem Regisseur Konrad Herrmann sowie damals beteiligten Flüchtlingen.

Donnerstag, 9. November 2006, 19:00 Uhr
Podiumsdiskussion: Demokratischer Umbruch in Ungarn und Deutschland 1989Welche Rückwirkungen hatte die Massenflucht über Ungarn auf die Ereignisse in der DDR und auf den Umbruch im gesamten „Ostblock“? Zu diesen Fragen nehmen Wissenschaftler und damalige Beobachter Stellung.