Foto. Malklasse für Flüchtlingskinder des Lagers Cuvrystraße in Kreuzberg, Mai 1953.
© Landesarchiv Berlin

Deutsch lernen und Geschichte entdecken

Herzlich willkommen auf unserer Seite „Deutsch lernen und Geschichte entdecken“.

Aussenansicht Erinnerungsstätte
Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ist eines der zentralen Museen in Deutschland zu Flucht und Ausreise aus der DDR. Neben der deutsch-deutschen Fluchtgeschichte machen Ausstellungen und Veranstaltungen auch Fragen aktueller Migration zum Thema. Für Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Orientierungskursen hat
die Erinnerungsstätte ein maßgeschneidertes Lernangebot entwickelt: Sie können an einer kostenlosen Exkursion ins Museum teilnehmen, die auf dem Sprachniveau B1 stattfindet und sich mit Hilfe begleitender Materialien gezielt vor- und nachbereiten lässt.

Die Exkursion in die Erinnerungsstätte
„Deutsch lernen und Geschichte entdecken“ ist ein interaktives Seminar in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, das sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Orientierungskursen sowie ihre Kursleiter und Kursleiterinnen richtet und als Exkursion im Rahmen des BAMF-Lehrplans durchgeführt werden kann. Einwanderer und Einwanderinnen entdecken während des Seminars die Geschichte der deutschen Teilung und der innerdeutschen Migration. Sie erhalten aber auch Gelegenheit, von eigenen Erfahrungen zu erzählen.
Die Darstellung der Flucht- und Diktaturerfahrung der DDR-Bürger und -Bürgerinnen sowie der durch Migration geprägten Nachkriegsgeschichte Deutschlands bietet Anknüpfungspunkte für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Orientierungskurse. Das Sprechen über die Geschichte und die eigenen Erfahrungen übt die Ausdrucksfähigkeit. So werden historisches Lernen und Sprachenlernen miteinander verbunden.

Ablauf der Exkursion
Seminargruppe
Das Angebot dauert ungefähr drei Stunden und findet auf dem Sprachniveau B1 statt.
Nach einer Begrüßungsrunde im Seminarraum arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Dauerausstellung. Während eines dialogischen Rundgangs durch die Ausstellung sprechen wir über die Fluchtgründe und die Fluchtwege der Menschen aus der DDR sowie die Aufnahme in Marienfelde und der Bundesrepublik. Rechercheaufgaben im Begleitheft zur Ausstellung üben den genauen Blick sowie die sprachliche Wiedergabe des Inhalts der Ausstellung
Nach einer Pause werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal in die Ausstellung geschickt, um dort ein Objekt zu fotografieren, welches sie besonders interessiert oder sie an eigene Erfahrungen erinnert. Danach stellen sie im Plenum ihre Wahl vor. Hier ist es möglich, über eigene Erfahrungen zu sprechen – oder aber ein neutrales Thema vorzustellen.

Vorbereitendes Unterrichtsmaterial
Kursleitende erhalten zur sprachlichen und inhaltlichen Vor- und Nachbereitung der Exkursion auf Wunsch eine Handreichung. Zusätzlich steht eine Museumsbox mit reproduzierten Exponaten und ausgewählten Biografien von Migrantinnen und Migranten zur Verfügung.


Zur Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuchs haben wir für Sie in einer Handreichung konkrete Vorschläge und Unterrichtsmaterialien zusammengestellt. Sie enthält:
– Vorschläge für Unterrichtseinheiten, die die Teilnehmenden sprachlich und
inhaltlich auf die Exkursion vorbereiten, sowie Ideen zur Nachbereitung des
Museumsbesuchs
– Karten des geteilten Deutschlands und Berlins
– Fotografien und Texte zum Notaufnahmelager Marienfelde
– Sprachkarten und eine Anleitung zur Nutzung der Museumsbox

Die Museumsbox
Museumsbox
In der Museumsbox befindet sich eine Pelzmütze, die Sie als Einstiegsobjekt bei der Vorbereitung Ihrer TeilnehmerInnen auf den Museumsbesuch nutzen können, sowie sechs weitere Objekte: ein Poesiealbum, eine Identitätsbescheinigung, eine Zeichnung, ein Wohnungsschlüssel, ein 5-Mark-Stück und ein Wecker. Zu jedem dieser sechs Objekte gibt es eine Objektkarte, die erläutert, welche Rolle der Gegenstand für die Migrationsgeschichte einer Person oder einer Familie spielte. Wie und warum diese Personen in die Bundesrepublik Deutschland kamen, wird jeweils auf einer Biografiekarte erzählt. Die Fragen auf der Rückseite dienen als Orientierungshilfe für das Lesen und Filtern der Informationen.
Drei Biografien beziehen sich auf DDR-BürgerInnen, die aus der DDR geflohen oder ausgereist sind (Reinhard, Ingrid sowie Reinhard und Bärbel). Die anderen drei Biografien (Hüseyin und Özgül, Fawaz und Rafeef sowie Uta) beschreiben eine Arbeitsmigration, eine aktuelle politische Flucht und eine Aussiedlerbiografie.
Das Material in der Museumsbox können Sie sowohl zur Vorbereitung als auch zur Nachbereitung des Besuchs in Marienfelde benutzen. Vorschläge, wie Sie die Museumsbox nutzen können, finden Sie in der Handreichung für Kursleitende.
Leicht verständliche Texte zur deutschen Migrationsgeschichte finden Sie im Begleitheft zur Ausstellung.

Die Museumsbox kann an Bildungsträger, die Orientierungskurse anbieten, ausgeliehen werden. Bitte wenden Sie sich dazu an:
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Stiftung Berliner Mauer
Marienfelder Allee 66/80
D - 12277 Berlin

Tel.: +49 (0)30 - 75 00 84 00
Fax: +49 (0)30 - 75 44 66 34
E-Mail schreiben

Website http://deutsch-lernen-und-geschichte-entdecken.de
Die begleitende Website zu den Orientierungskursen bietet neben sprachlich vereinfachten Texten (Niveau B1) zur Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde verständliche Hintergrundtexte für Kursteilnehmende zum politischen System Deutschlands. Berichte zur Flucht damals und heute und Aussagen von Geflüchteten ergänzen das Angebot.


Dauer:
3,5 Stunden
Teilnehmerzahl:
mindestens 5 TeilnehmerInnen
Kosten:
kostenfrei
Ansprechpartnerin:
Jasmin Dieringer, Telefon: +49 (0)30 - 75 00 84 00
Anmeldung:
Bitte verwenden Sie unser Anmeldeformular